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Die kommende Silberknappheit und ihre Auswirkung auf den hungrigen Markt

Die meisten Menschen kennen Silber nur als Schmuck oder Anlageobjekt ähnlich dem Gold. Aber viele Anleger wissen auch, dass es ein sehr wichtiges Industriemetall ist. Neben den Schmuckherstellern als große Abnehmer, findet Silber hauptsächlich in vielen anderen Industriezweigen Anwendung. So nutzt man es für Silberwaren, Elektronik, Anlagemünzen/-barren, ETFs, Fotographie, Photovoltaik, Legierungen, Katalysatoren, Wasseraufbereitung, Batterien, Spiegel und Reflektionsglas, Plasmabildschirme, Lebensmittelhygiene, Medizin, RFID-Chips, chemische Entgiftung, Holzschutzmittel, chemische Industrie usw.

Oft wird gesagt, dass dieses Metall für eine Vielzahl der Technologien unverzichtbar ist. Eine naturgesetzliche Endlichkeit des Silbers auf diesem Planeten und das gleichzeitige Bedürfnis der Menschen die Technologien weiterhin nutzen zu können würde den Preis also zwangsläufig nach oben treiben und bei der voranschreitenden Digitalisierung und Energiewende erst recht. Somit fährt die Investition in Silber langfristig garantiert hohe Gewinne ein. Ich persönlich sehe die Industrie nicht als den großen Preistreiber. Warum? Das möchte ich hier erläutern.

Wenn wir Tabellen mit Angebot und Nachfrage des Silbers ansehen, dann stellen wir fest, dass die Verfügbarkeit und der Bedarf über die letzten Jahre relativ konstant nebeneinander herliefen. Angebotsdefizite wurden aus verschiedenen Reservelägern aufgefüllt und im umgekehrten Fall wurde wieder eingelagert. Aber besonders in den letzten zwei Jahren stieg der Bedarf stark an. Hauptsächlich getrieben durch den Boom in der Elektromobilität und Photovoltaikindustrie.

Quelle: World-Silver-Survey-2023

Die Minenproduktion macht den Löwenanteil bei der Silberversorgung aus. Wie gefährlich ist der Ausfall einer oder mehrerer Minen für den Markt?

Nach Angaben der aktuellen World Silver Survey liefert die KGHM Polska Miedź die größten Silbermengen. Allein diese Mine hat einen Anteil von ca. 5% an der gesamten Silberförderung. In Anbetracht der Anzahl an Minen auf der Welt ist dies ein beachtlicher Anteil und gleichzeitig nur ein geringer Verlust, wenn diese aus irgendwelchen Gründen ausfallen sollte. Das Defizit kann über viele Jahre aus bestehenden Lägern ausgeglichen werden. Die 30 größten Minen stellen ca. 40% der gesamten Förderung. Es müssten also schon mehrere Minen langfristig ausfallen um einen spürbaren Effekt zu erzeugen.

Anders war es z.B. bei Palladium als Anfang des Jahres 2021 zwei Minen des russischen Unternehmens Nornickel ausfielen. Dieses Unternehmen stellte zu dem Zeitpunkt ca. 44% der gesamten Palladiumförderung. Produktionsprobleme haben somit einen deutlichen Einfluss auf den Markt. Zuletzt konnte man dies beobachten als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ausbrach. Logistische Probleme durch westliche Sanktionen führten zu Lieferschwierigkeiten und Preisanstieg. Für Silber gibt es ein solches Szenario nicht.

Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Minen ihre Produktion immer weiter steigern werden um den wachsenden Bedarf zu decken. Es ist wahrscheinlicher, dass die Produktion zurückgehen wird. Zum einen, weil die Betriebskosten immer weiter steigen und die Umweltauflagen strenger werden und zum anderen weil es einfach immer weniger Silber gibt.

Wann sind die Minen erschöpft?

Für jeden Rohstoff wurden Überlegungen angestellt, wann dieser zur Neige gehen könnte. So auch für Silber. So genannte „Peak-Szenarien“ (siehe auch Hubbert-Theorie) werden immer wieder von Experten erstellt bzw. aufgrund neuer Erkenntnisse angepasst. Beispielsweise haben Harald Sverdrupa, Deniz Koca und Kristin V. Ragnarsdottir im Jahr 2014 eine Studie veröffentlicht, in der unter anderem durch Anwendung verschiedener Berechnungsmodelle die Reichweite von Silber erfasst wurde. Ihren Berechnungen nach wird Silber voraussichtlich im Jahr 2034 sein Fördermaximum erreichen. Das bedeutet, dass von da an die Fördermengen sukzessive abnehmen werden. Im Jahr 2240 werden alle Silberminen völlig erschöpft sein, wobei die Förderung aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten natürlich schon sehr viel früher eingestellt wird.

Das bisher gesagte deutet alles auf einen schon in naher Zukunft eintretenden Silbermangel hin. Doch an dieser Stelle dürfen wir nicht vergessen, dass die Minen zwar die größten, aber bei Weitem nicht die einzigen Silberlieferanten sind. Neben den bereits erwähnten Silberlagern großer Banken, welche allein die Angebotsdefizite über Jahrzehnte ausgleichen könnten liegt auch noch jede Menge Silber auf unseren Schrottplätzen. Jeder kleine Anstieg des Preises macht das Recycling attraktiver. Schon heute kommen ca. 18% des Silberangebots aus dem Recyclingsektor.

Eine weitere Quelle liegt in privater Hand, in Wohnungen und Schließfächern vieler Bürger unseres Landes. Eine Studie der STEINBEIS-HOCHSCHULE BERLIN ergab 2011, dass die deutschen ca. 29.000 t Silber besitzen und diese Zahl dürfte seither noch etwas gewachsen sein. Bei einem industriellen Bedarf von aktuell etwa 965 t/a würde die in privater Hand liegende Silbermenge für etwa 30 Jahre reichen. Ist ein aufkommender Mangel abzusehen, dann wäre auch ein Silberverbot denkbar. Oft hört man, es sei nicht möglich Silber zu verbieten, da es ein Industriemetall ist. Ich denke, man würde einem Unternehmer nicht so ohne weiteres verbieten Silber zu nutzen, da viele Produkte ja politisch gewollt sind z.B. für die Umsetzung der Energiewende. Aber einer Privatperson den Besitz zu verbieten ist eine leichte Übung, vor allen für die deutsche Regierung. Hier ist die Enteignung bereits im Grundgesetz Art. 14. Ab. 3 verankert. 

Der nächste Punkt den man betrachten sollte ist die ständige Weiterentwicklung und Optimierung der angewandten Technologien. Man ist stets interessiert die nötige Menge an teuren Rohstoffen im Endprodukt zu reduzieren. Sehen wir uns das am Beispiel von Solarmodulen an. Die Photovoltaikindustrie wächst schnell und ist neben der Elektromobilität der Hauptgrund warum viele das Silber vor goldenen Zeiten stehen sehen. Nach Angaben des Silver Institute enthielt eine Solarzelle im Jahr 2016 noch durchschnittlich 130 mg Silber. Diese Menge wurde durch die Hersteller immer weiter verringert. Im Jahr 2019 benötigte man nur noch 111 mg pro Zelle und bis zum Jahr 2028 könnte der Bedarf auf ca. 65 mg sinken. Das entspräche einer Verringerung des Bedarfs um 50%. Anderorts wird auch daran gearbeitet das Silber in Solaranlagen durch Kupfer zu ersetzen, so z.B. am Fraunhofer Institut. Das StartUp Sun Drive hat dies nach eigenen Angaben bereits realisiert und das bei gleichzeitig höherem Wirkungsgrad. Kupfer ist ca. um den Faktor 100 günstiger und hat eine bessere Verfügbarkeit. Rein aus wirtschaftlichen Aspekten wäre für ein Massenprodukt wie Solarmodule das Kupfer der bessere Rohstoff. Silber könnte also zumindest in diesem Industriezweig obsolet werden. 

Der letzte Punkt den ich hier betrachten möchte ist die mittlerweile indiskutable Manipulation des Preises durch Großanleger. Da der Silbermarkt relativ gesehen sehr klein ist, können Große Investoren auch sehr leicht Einfluss auf die Preise nehmen. Dieses vorgehen wird als Spoofing bezeichnet und manchmal werden die großen Player auch erwischt, z.B. die Deutsche Bank, JP Morgan Chase oder Nova Scotia und trotz hoher Strafen sind einige Mehrfachtäter. So kann es auch durch Panikmache immer wieder vorkommen, dass der Preis sich kurzfristig stark verändert, wie es bereits Ende der 70ger durch die Aktivitäten der Gebrüder Hunt passierte. Oder im Jahr 2011 durch große Inflationsängste, gute Konjunktur und wilde Spekulationen. Aber langfristig sehe ich kaum Chancen auf eine Vervielfachung des Preises oder gar einen Anstieg auf 1000€, so wie es Hans Jürgen Bocker einst sagte. Es wird ein langsamer Prozess und naturgemäß wird der Preis des Edelmetalls ansteigen, aber gleichzeitig werden sich auch die Technologien, Industrien und die Bedarfe der Menschen ändern.

Edelmetalle sind grundsätzlich eine gute Anlage und gehören in jedes Portfolio, doch lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht von Renditeversprechen oder Ängsten treiben.

Autor: Sergej Merkel

Sergej Merkel ist Maschinenbauingenieur und arbeitete bisher in der Bergbau- sowie Chemiebranche. Seine Leidenschaft gehört den Wäldern und der Natur, weshalb er neben Edelmetallen auch Waldimmobilien für eine sinnvolle Investition hält. Er befasst sich vor allem mit Themen rundum Wald und Gebäude sowie Edelmetalle. Bereits seit seiner Kindheit fasziniert ihn der Rohstoffreichtum der Erde. Nicht zuletzt ist er Gesellschafter der Pentallum oHG und berät unsere Kunden auf seinen Fachgebieten .

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