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CRASH, KORREKTUR UND KURSRÜCKGÄNGE: DER FUNDAMENTALE UNTERSCHIED

Dieser Artikel unseres Geschäftsführers Pierre Dornbrach ist zuerst auf dem Finanzblog „1×1 der Finanzen“ von Ronny Wagner am 27. Januar 2023 veröffentlicht worden. Wir bedanken uns sehr herzlich dafür und verweisen hiermit auch noch einmal nachdrücklich auf den werthaltigen Content des Finanzblogs. Ein Besuch ist wärmstens empfohlen.   

Es ist unübersehbar, dass wir mitten in einer Konvergenz der Krisen stecken. Einige Beispiele gefällig? Migrationskrise, Eurokrise, Corona-Krise, Energiekrise und letztlich die Vertrauenskrise, die sich zwischen dem Volk und den Politikern abzeichnet. Doch nicht immer führen Krisen automatisch zu Crashs oder massiven Korrekturen. Mögen sich viele Crashpropheten durch die aktuellsten Ereignisse auch bestätigt fühlen, der große Crash blieb bisher aus. Was ein Crash ist, wo der Unterschied zur Korrektur und zum Kursrückgang besteht und warum man sich dennoch auf einen Crash an den Märkten vorbereiten sollte, soll im Folgenden geschildert werden.

Kursrückgang und Kursrücksetzer

Ein Rückgang eines Aktien- oder sonstigen Kurses ist nichts weiter als ein vollkommen normaler Vorgang an den Märkten. Preise und Kurse fallen und steigen. Kurzfristig betrachtet handelt es sich dabei meist um zufällige Ereignisse, die auf keinen strukturellen oder fundamentalen Entwicklungen beruhen. Ein Kursrücksetzer ist demnach die Verringerung des Preises, für den eine Aktie oder ein Gut wie Gold oder Silber erworben werden kann. Gründe dafür können Leerverkäufe eines größeren Händlers, schlechte Mitteilungen in den Nachrichten über die Aktie oder einfach die Umschichtung eines Traders seiner Vermögensanteile von einem Asset in das andere sein.

Korrektur

Sobald der Kursrückgang jedoch tatsächlich auf fundamentalen Ursachen beruht, sprechen wir von einer Korrektur. D. h., der Kurs wurde zuvor vom Markt, also dem Großteil der Akteure, die mit dem Gut handeln, überbewertet. Der Kurs wurde also von vielen Marktteilnehmern falsch eingeschätzt und das Asset dadurch falsch bewertet. Der fundamentale Einbruch des Kurses ist dann eine Korrektur. Der Markt bereinigt sich also wieder von den Fehleinschätzungen. Solche Fehleinschätzungen entstehen zumeist aufgrund von falschen oder lückenhaften Analysen. Da die meisten Anleger tatsächlich die Unternehmen hinter den Aktien oder das konkrete Umfeld von Rohstoffen und Edelmetallen nicht überprüfen, kommt es immer wieder zu solchen Überschätzungen von Kursen.

Das ist an den Börsen demnach eine ganz natürliche Sache. Wir Menschen neigen zur Selbstüberschätzung (Overconfidence Bias). Wir neigen dazu, unsere Fähigkeiten überzubewerten. Dies kann z. B. die Fähigkeit sein, die Marktlage richtig einzuschätzen. Gleichzeitig erliegen wir dem Fehler, Argumente, die unseren Überzeugungen zuwiderlaufen, schwächer zu bewerten, als jene, die unsere Einstellung stützen. Diese kognitive Verzerrung geht auf den Selbstbestätigungs-Bias zurück. Wirken sich die fundamentalen Ursachen breitflächig bis global aus, kommt es zu einer Marktkorrektur. Die Börsenkurse stürzen ab, die Preise fallen in Größenordnung und der Markt beginnt die Bereinigung.

 

Was sind fundamentale Ursachen für Rückgänge bzw. Korrekturen?

Angebots- und Nachfrageschocks, also plötzlich auftretende äußere Einflüsse, die entweder das Angebot eines Gutes reduzieren oder das Käuferverhalten, also die Nachfrage, stark beeinflussen, sind globaler Natur. Das können Krisensituationen wie eine Pandemie, steigende Energiepreise, Krieg, politische Krisen oder gar Aufstände in den Produktionsländern sein. Bspw. liegen viele Gold- und Silberminen in Ländern, in denen die Arbeitsbedingungen teilweise miserabel sind. Käme es zu einem breitflächigen Aufstand der Arbeiter, würde dies natürlich auch das Angebot drücken, wodurch der Preis dann steigt.

Oder nehmen wir das aktuelle Beispiel, den Ukraine-Krieg. Die Lieferwege innerhalb dieses Landes fallen plötzlich aus, wodurch es zu Versorgungsengpässen kommen kann, wie wir gerade sehen. Genauso die bis vor kurzem noch von der KPCh forcierte Null-COVID-Strategie in China. Wenn Häfen des zweitgrößten Exportlandes der Welt stillstehen, wirkt sich dies massiv auf die weltwirtschaftliche Lage aus. Fundamentale Ursachen müssen aber nicht immer globaler Natur sein. Es kann sich auch um ein miserables Management des Unternehmens handeln, so dass der Kurs der Aktiengesellschaft aufgrund von schlechten Ertragszahlen leidet und die schlechten Nachrichten über dasselbe dauerhaft anhalten.

Crash

Einen wirklich erheblichen Kursrückgang, der auf den Charts eine I-förmige Kurve anzeigt, nennt man einen Crash. Es kommt demnach zu einer rasch eintretenden massiven Verschlechterung der Lage. Die Kurse brechen im wahrsten Sinne des Wortes ein. Die Werte an den Börsen werden binnen weniger Tage und Wochen vernichtet.

Historische Crashs waren z. B.:

  • Der Schwarze Donnerstag von 1929
  • Der Schwarze Montag von 1987
  • Die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende
  • Die Weltfinanzkrise von 2007 bis 2008

Der fundamentale Unterschied

Die Kurseinbrüche werden vor allem durch die Panik an den Märkten hervorgerufen. Die Teilnehmer verkaufen aus Angst vor Wertverlust ihre Assets. Das Vertrauen in die Börse liegt zu diesem Zeitpunkt im Keller. Die Folge ist meist, dass sich die Kurse an den Börsen über Jahre nicht erholen, da die Menschen zunächst erst wieder Vertrauen darin aufbauen müssen. Solche Crashs sind die Folge von fundamentalen Krisen, die geradezu eschatologisch eintreten. Bspw. musste die Weltfinanzkrise von 2007 bis 2009 eintreten, da das kapitalistische Finanzsystem bereits seit Jahren marode war. Die Immobilienmärkte waren nicht nur maßlos überbewertet, sondern die Banken selber haben regelrecht mit faulen Krediten gezockt. Die Folge war die Hypothekenkrise, und aufgrund der internationalen Verkettungen im Bankensystem sowie der massiven Verschuldung von Unternehmen und Staaten kam es zu einer weltweiten Ausbreitung der Krise. Das Ergebnis war eine gewaltige Wertvernichtung. Der DAX halbierte sich zwischen Dezember 2007 und Februar 2009.

Korrektur oder Crash, der fundamentale Unterschied

Es ist essenziell, den Unterschied zwischen diesen beiden Ereignissen zu kennen. Zu erkennen, ob es sich um einen tatsächlichen Crash oder um eine einfache Korrektur handelt, kann den Unterschied machen, ob der Investor reich wird oder sein Vermögen verliert. Denn Korrekturen bedeuten schließlich, dass Kurse danach wieder den korrigierten Wert des Assets widerspiegeln. Das bedeutet, das Chance-Risiko-Verhältnis entwickelt sich hierbei zu Gunsten des Anlegers, wenn er die Korrektur erkennt. Korrekturen bedeuten also Chancen.

Handelt es sich jedoch um einen Crash, der vielleicht sogar langanhaltend ist, wie in den Jahren 2007 bis Februar 2009, dann besteht die Gefahr, dass man direkt „in das fallende Messer greift“. Das ist eine alte Börsenweisheit, die besagt, dass wer in das fallende Messer greift, sich in die Finger schneidet. Das gilt nicht nur in der Küche, sondern eben auch an den Börsen. Wer also noch während des Fallens der Kurse massiv investiert, wird noch mehr Geld verlieren. Ist der Crash vorüber und die Panik verflogen, kann wieder investiert werden. Investieren wir zum Zeitpunkt der Talsohle an den Märkten, können wir unterbewertet einkaufen und massive Gewinne einstreichen. Verwechseln wir allerdings Kurskorrektur und Crash miteinander, könnte dies massive Kosten verursachen.

    Kommt der Crash noch?

    Die wohl wichtigste Frage, die sich derzeit stellt, lautet: Sind wir bereits in einem Crash oder handelt es sich um eine Korrektur an den Märkten?

    Halten wir uns an die obigen Definitionen, handelt es sich derzeit noch nicht um einen Crash, sondern im besten Fall um eine Marktkorrektur, die womöglich auch noch einige Zeit anhalten wird. Zu glauben, dass die Kursrücksetzer, ja man möchte bei den Verlusten der letzten 9 Monate schon von Kurseinbrüchen sprechen, nun ein Ende haben, wäre naiv. Die Korrektur wird weiterhin anhalten und uns sicherlich das Jahr 2023 begleiten.

    Ein Blick auf den DAX zeigt dies deutlich. Von seinem Peak am 22. November 2021 hat er bis zu seinem Tief Anfang Oktober 2022 zwar 26 Prozent verloren. In der Zwischenzeit erholte sich dieser jedoch auf 15.086 Punkte, was nur noch knapp 7 Prozent unter dem Allzeithoch liegt. Da wirkte der Einbruch im Februar und März 2020, also zu Beginn der Corona-Pandemie in Europa, weitaus mehr wie ein Crash. Innerhalb eines Monats sind ca. 62 Prozent der Werte im DAX vernichtet worden, um im Dezember des gleichen Jahres den alten Stand zu überholen. Da die Erholung wieder so schnell eintrat, kann hier auch nicht wirklich von einem echten Crash gesprochen werden.

    Abbildung: DAX 30/40 vom 13.01.2020 bis 13.01.2023 [Quelle: Onvista (abgerufen am13.01.2023)]

    Allerdings gibt es auch einige Argumente für einen bevorstehenden Crash. Die derzeitig akuten Krisen an den Energiemärkten, der Krieg und die Lieferengpässe werden wohl nicht mehr dazu führen. Der Markt preist diese Entwicklungen mittlerweile ein. Die Teilnehmer haben sich daran gewöhnt, so gut es geht. Dennoch ist das Vertrauen in den Staat, in die Zentralbanken und in den Finanzsektor massiv beschädigt worden. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich diese Entwicklung in Deutschland und in anderen EU-Staaten zu politischen Krisen herausbildet. Genauso erleben wir gerade ein wirtschaftliches Sterben. Teilweise handelt es sich um die berühmten Zombie-Unternehmen, die hoch verschuldet zahlungsunfähig werden.

    Es ist eine regelrechte Konvergenz der Krisen zu beobachten, der die politischen Akteure ausgesetzt sind. Lösungen stehen nicht parat. Die Kompetenz, auf die Probleme angemessen zu reagieren, ist wenig bis gar nicht vorhanden. Daher können wir davon ausgehen, dass es weiterhin zu einer Verschlechterung der Lage kommen wird. Sollte es zu einem Blackout oder mehreren Brownouts kommen, was nicht unwahrscheinlich ist, würde dies zu einem weiteren Schock an den Märkten führen. Wenn bei einem Stromausfall bspw. auch Banken nicht mehr handlungsfähig sind, dürfte dies künftige Bank Runs befeuern. Gleichzeitig könnte dies den Wunsch nach Bargeld in der Tasche erhöhen.

    Persönlich denke ich, dass die Korrektur anhalten wird, es ggf. zu Minicrashs kommt, die zu politischen Krisen führen. Einen globalen Crash sehe ich derzeit noch nicht. Eher halte ich eine schleichende Verschlechterung der Bedingungen für realistischer. Die größte Herausforderung ist das Geldsystem, das am Ende eines Zyklus steht. Durch den enormen Handel von Erdgas und Öl in Rubel und Yuan verliert das Dollarfinanzsystem massiv an Einfluss. Der Euro, der daran eindeutig durch die EU-Wirtschaft gekoppelt ist, wird weiterhin darunter leiden. Dieser ist bereits enorm beschädigt. Das Geld verlässt den Euroraum zunehmend und fließt nach Südostasien. Die politische Union droht auseinanderzubrechen, wenn es sie überhaupt jemals gab.

    Sollten die Eliten ihr Projekt eines digitalen Euros noch vor einem evtl. Zusammenbruch desselben realisieren, würde dies ebenfalls gegen einen Währungs-Crash sprechen. Der finanzielle Komplex würde somit Zeit gewinnen und die Wirtschaft ebenfalls.

    Ein Crash in dem aus meiner Sicht maßlos überschätzten China wäre jedoch ein Super-GAU, der tatsächlich einen weltweiten Zusammenbruch der Märkte hervorrufen könnte. Das Reich der Mitte ist massiv angeschlagen. Die Immobilienblase, welche sich schon längst hätte entladen sollen, wird derzeit weiter aufgebläht, da man befürchtet, diese könne bald platzen. Die chinesische Regierung kann nur noch nach vorne fliehen. Daher ist die Neue Seidenstraße (The Belt and Road Initiative) nicht nur ein Prestige-Projekt, sondern existenziell für die Macht des chinesischen Imperiums. Ein Angriff auf Taiwan ist nicht nur wegen einer aggressiven imperialen Expansionspolitik wahrscheinlich, sondern vor allem wegen extremer Verwerfungen in der Gesellschaft, der Wirtschaft und außenpolitisch. Xi Jinping steht massiv unter Druck und muss liefern.

    Ich schließe einen Crash, der globale Auswirkungen hätte, daher nicht aus. Da die Weltwirtschaft jedoch mit einer brachliegenden chinesischen Volkswirtschaft nicht wird leben wollen, ist sogar damit zu rechnen, dass von dem größten geopolitischen Konkurrenten, den USA, Hilfe kommen könnte. Oder zumindest keine Steine in den Weg zur Verwirklichung der Seidenstraße in den Weg gelegt werden. Deshalb ist der große, globale Crash aus meiner Sicht das Ereignis mit der geringeren Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht unwahrscheinlich.

    Wie ein Warren Buffett anlegen

    Als Value-Investor investiere ich auch in Krisenzeiten. Im Grunde genommen sieht der Value-Investor gerade in der Krise seine Chance, denn jede Krise bürgt auch Möglichkeiten. Wer fundamental unterwegs ist, der reduziert auch in Zeiten von Korrekturen oder auch Crashs das Risiko. Deshalb spreche ich dabei auch nicht unbedingt von Spekulationen. Warren Buffett und sein Partner Charlie Munger kaufen z. B. Aktien nicht wie die meisten Anleger. Wenn sie sich entscheiden, eine Aktie zu kaufen, dann entscheiden sie sich konkret für ein Unternehmen. Eine Aktie spiegelt den Preis für einen Anteil an einem Unternehmen wider. Dieser kann über- oder unterbewertet sein. Wird die Aktie, also das Unternehmen, von den meisten Marktteilnehmern unterschätzt, ist der Preis günstig. Umgekehrt ist er teuer. „Billig“ ist nur Ware, die auch nichts wert ist. Das macht einen riesigen Unterschied. Wenn Buffett und Munger also eine Aktie kaufen, dann tun sie das mit dem Willen, diese nie wieder zu veräußern, sondern von den Dividenden zu leben.

    Warum sollte ein Unternehmen, dass nach wie vor gut läuft, die gleichen Erträge erzielt, jedoch vom Markt abgestraft wurde, wegen schlechter Nachrichten oder panischen Abverkäufen, plötzlich weniger wert sein? Nein, der Wert bleibt, aber der Preis ist gesunken. Das ist quasi ein „kostenloser“ Rabatt. Value-Investoren schauen sich daher die Fundamentaldaten an. Es gibt zudem immer Geschäftsmodelle, die auch noch in Krisenzeiten gebraucht werden. Denken wir bspw. an die Medizin, die Lebensmittelversorgung oder Strom wie Wärme. Auch Rohstoffe, die in der Vergangenheit gebraucht wurden, werden in der Zukunft, in der Zeit der Erholung wieder benötigt. Die Zeit bleibt ja nicht stehen und nach jeder Korrektur und auch nach jedem Crash geht es irgendwann wieder bergauf. Wer sich inmitten der Talsohle eingedeckt hat, der profitiert später gewaltig davon.

    Gerade in Korrekturen und in Krisenzeiten ergibt sich für den Value-Investor die beste Gelegenheit, zu guten „Rabatten“ einzukaufen. Wenn andere ängstlich sind, weil sie die Panik befallen hat, dann ist der Value-Investor „gierig“. Nach Korrekturen wieder in den Markt einzusteigen, ist daher für Value-Investoren durchaus attraktiv. „Cash is king“ ist in dieser Situation unsere Börsenweisheit Nummer eins. Die nachfolgende Abbildung zeigt dies ganz deutlich. Wer am Ende des Börsencrashs 2009 eingekauft hatte, der fuhr mit dem DAX30/40 bis heute ziemlich gut. Immerhin hätte er damit ca. 20 Prozent jährlich an Wertsteigerung gehabt.

    Abbildung: DAX 30/40 vom 01.02.2007 bis 13.01.2023 [Quelle: Onvista (abgerufen am13.01.2023)]

    Dabei gilt es, die Lage richtig einzuschätzen. Buffett hält sein Geld in Zeiten von überbewerteten Märkten in Cash. Dabei setzt er auf den US-Dollar, der ja zumindest noch die Weltleitwährung darstellt. Ich persönlich halte nur einen Teil in Cash, um zumindest auch kurzfristig flexibel zu sein. Den größten Teil halte ich während einer überbewerteten Etappe in Gold oder andere harte und werthaltige azyklische Assets. Das sind in etwa 70 Prozent des Vermögens, welches ich anlegen möchte. Der Rest bleibt in Cash, um noch handlungsfähig zu sein. Der Grund, warum ich möglichst nicht zu viel Cash halte, besteht in der Tatsache, dass ich dem Euro nicht vertraue. Angesichts der weiter anhaltenden Inflation fühle ich mich bestätigt. Die Inflation ist dabei nicht einzig auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen, wie ich erst kürzlich in diesem Artikel schilderte. Sobald die Märkte kippen bzw. einzelne Börsenwerte wieder den intrinsischen Wert unterschreiten, schichte ich das Vermögen wieder um. Gold zu veräußern geht relativ schnell und meist verhält es sich umgekehrt proportional. Also während Aktien überbewertet sind, ist Gold unterbewertet und umgekehrt.

    Eine gute Kennzahl dafür bietet die DAX-Gold-Ratio, also das Verhältnis zwischen dem Kursstand aller 40 größten deutschen Unternehmen geteilt durch den aktuellen Unzen-Goldpreis. Das kann man natürlich auch mit anderen Indizes machen. Je nachdem, welchen Markt man untersuchen will. Will man die US-Märkte mit dem Goldpreis vergleichen, dann errechnet man die Dow-Gold-Ratio, also das Verhältnis des Punktestandes des Dow Jones geteilt durch den aktuellen Goldpreis in Dollar. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Zahl an sich an, sondern man muss die Charts untersuchen, also den Verlauf der Vergangenheit. Ich bin normalerweise kein Freund von Chartanalyse, aber hierbei halte ich sie zur Abwechslung für sinnvoll. Denn tatsächlich lässt sich daraus ein Trend der Vergangenheit erkennen, und da Gold nicht so volatil ist wie andere Assets, ist der künftige Trend dadurch besser einzuschätzen. Die Richtung ist hierbei das entscheidende. Sinkt das DAX- oder Dow-Gold-Verhältnis, performt Gold besser als Aktien, und umgekehrt entwickeln sich gerade die Aktienkurse gut, wenn die Ratio steigt.

    Es ist demnach ein fundamentaler Unterschied, ob wir uns in einer Korrektur oder einem Crash befinden oder es sich in Wirklichkeit nur um Kursrücksetzer handelt. Diese Tatsache zu ergreifen und den Unterschied zu erkennen, kann darüber entscheiden, ob wir reich oder arm an der Börse werden. Jedoch gilt es für einen Value-Investoren grundsätzlich, den intrinsischen Wert eines Assets zu ermitteln – ganz gleich, ob Aktien, andere Wertpapiere, Edelmetalle oder sonstige Rohstoffe, Kunst, Whiskey oder Weine. Wer dies beherrscht und diszipliniert einkauft, der wird nicht viel falsch machen.

    Wie ich mich vorbereiten kann

    Es gilt also, sich darauf vorzubereiten. Das Motto des klugen Anlegers lautet daher: „Hoffe auf das Beste, sei aber auf das Schlimmste vorbereitet“. Um sich vor einem eventuellen Crash – wie gesagt wäre das das Worst-Case-Szenario – zu wappnen, sind Edelmetalle wie Gold und Silber essenziell. Mögen sie nur herumliegen und nichts Produktives machen, sie üben aufgrund ihrer Geschichte, ihres Glanzes und der psychologischen Gewohnheit, sie als Zahlungsmittel zu nutzen, seit Jahrtausenden Faszination aus. Das „Gold des kleinen Mannes“ genießt dazu auch noch aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften eine hohe Beliebtheit in der Industrie, insbesondere in der Medizintechnik, Energieerzeugungsanlagen und Maschinen- sowie Computertechnik.

    Noch wichtiger erachte ich dabei Ersatzwährungen, sogenanntes Notgeld, zu besitzen. Sicherlich können Alkohol und Zigaretten auch gute Währungen sein, doch Silbermünzen genießen einen weitaus höheren psychologischen Wert, sind dazu wertbeständig, nicht verderblich und sehen zudem auch gut in der Vitrine aus. Hier bieten sich Viertel und Halbe Unzen wie die der Arche Noah an, die bei uns in Leipzig geprägt wird.

    Des Weiteren empfehle ich Ihnen, sich zu bevorraten, wenn Sie es noch nicht gemacht haben sollten. Sollte es zu Stromausfällen kommen – mittlerweile darf man das ja annehmen, ohne als Prepper und Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt zu werden – ist im Vorteil derjenige, der sich nicht mit den Nachbarn um Nahrungsmittel und Wärme prügeln muss. Eine alternative Heizung zum Gas ist auch eine gute Investition. Das sollte sich ja mittlerweile schon herumgesprochen haben.

    Besorgen Sie sich gute Bücher und Gesellschaftsspiele. Wenn das Licht aus ist und das Tablet nicht mehr funktioniert, könnte es sein, dass Sie ihre Ader für das Lesen wiederentdecken oder einmal wieder in der Familie spielen wollen. Soll ja unter Umständen auch Spaß machen. Im Ernst, längerfristig anhaltende Stromausfälle können auf das Gemüt schlagen und Langeweile verursachen. Um die Zeit herumzukriegen, ist eine stromunabhängige Beschäftigung Gold wert. Corona hatte dies ja in Ansätzen bereits gezeigt.

    Eignen Sie sich finanzielles Wissen an, um sich auf das Kommende vorzubereiten. Es gibt sehr viele sehr gute Lektüre dazu. Einsteigerwissen gibt es u. a. hier.

      Autor: Pierre Dornbrach

      Pierre Dornbrach ist Wirtschaftsingenieur und studiert derzeit nebenberuflich Rechtswissenschaften. Er befasst sich seit mehr als 10 Jahren mit Fragen rund um das Thema Finanzen, Vermögensaufbau und Wirtschaftspolitik. Zudem ist er Geschäftsführer der Pentallum OHG, die sich auf den Vertrieb von Edelmetallen spezialisiert hat. Neben dem großen Thema Gold und Silber hegt er eine Faszination für die Turbulenzen an den Börsen sowie für die Geopolitik.

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